Shore-Härte bei Silikon messen: Shore A, Shore 00, Tabelle und Beispiele
Bei der Shore-Härtemessung drückt ein Durometer eine genormte Prüfspitze in das Silikon; der Eindringwiderstand ergibt den Wert, bei technischen Silikonen meist auf der Shore-A-Skala von 0 bis 100.
Die Shore-Härte beschreibt, wie weich oder fest ein Elastomer ist. Bei Silikon ist sie einer der wichtigsten Werte in der technischen Auslegung, weil sie Montagekraft, Dichtwirkung, Flexibilität, Rückstellverhalten und Lebensdauer beeinflusst.
Für Konstrukteure und Einkäufer ist die Shore-Härte deshalb mehr als eine Zahl im Datenblatt. Ein Silikonprofil mit 30 Shore A verhält sich deutlich anders als ein Profil mit 70 Shore A. Bei Silikonprofilen, Silikonschläuchen und Silikonformteilen entscheidet die Härte oft darüber, ob ein Bauteil gut montierbar ist und dauerhaft funktioniert.
Shore A, Shore 00 und Shore D: welche Skala ist richtig?
Für technische Silikone wird meist Shore A verwendet. Sehr weiche Schäume und weiche Elastomere werden häufig mit Shore 00 beschrieben. Shore D ist für härtere Kunststoffe gedacht und bei klassischen Silikonelastomeren selten relevant.
| Skala | Typischer Einsatz | Beispiel |
|---|---|---|
| Shore 00 | sehr weiche Schäume und weiche Dichtmaterialien | Silikonschaum, weiche Rundschnur |
| Shore A 20-40 | weiche, gut komprimierbare Silikonteile | Dichtprofile, flexible Formteile |
| Shore A 50-60 | universelle technische Silikonteile | Schläuche, Profile, Dichtungen |
| Shore A 70-80 | stabilere Bauteile mit höherer Formstabilität | technische Formteile, belastete Profile |
So wird Shore-Härte gemessen
Ein Shore-Durometer drückt eine definierte Prüfspitze mit definierter Kraft in die Oberfläche. Gemessen wird der Widerstand des Materials gegen das Eindringen der Spitze. Damit der Wert vergleichbar ist, müssen Prüfkörperdicke, Oberfläche, Temperatur und Messzeit stimmen.
In der Praxis entstehen Abweichungen, wenn auf gekrümmten Profilen, zu dünnen Proben oder direkt an Kanten gemessen wird. Deshalb wird für belastbare Werte oft ein genormter Prüfkörper oder eine ausreichend große ebene Fläche verwendet.
Welche Härte für welches Silikonprodukt?
Bei Dichtungen wird häufig eine weichere bis mittlere Härte gewählt, damit das Bauteil gut komprimiert und kleine Unebenheiten ausgleicht. Bei Profilen entscheidet die Einbausituation: Ein Kantenschutz darf weicher sein, ein Führungs- oder Dichtprofil mit definierter Geometrie braucht mehr Formstabilität.
Bei Silikonschläuchen beeinflusst die Härte vor allem Flexibilität, Knickverhalten und Montage auf Stutzen. Für gewebeverstärkte Silikonschläuche ist zusätzlich der Aufbau entscheidend, nicht nur die Härte des Silikons.
Warum eine Musterprüfung oft sinnvoll ist
Eine theoretisch passende Shore-Härte kann sich in der Montage anders anfühlen. Klemmkräfte, Bauraum, Temperatur, Kontaktmedium und Toleranzen verändern die Anforderungen. Bei kritischen Anwendungen lohnt deshalb eine Musterprüfung mit realer Geometrie.
Typische Fehler bei der Shore-Messung
Ein häufiger Fehler ist die Messung auf zu dünnen Proben. Wenn die Unterlage die Messung beeinflusst, wirkt das Material härter als es tatsächlich ist. Ebenso problematisch sind Messungen an Kanten, Rundungen oder strukturierten Oberflächen. Bei Profilen und Schläuchen ist deshalb oft ein separates Materialmuster sinnvoll.
Auch Temperatur und Alterung spielen eine Rolle. Silikon kann sich bei Kälte härter und bei Wärme weicher anfühlen. Wenn ein Bauteil später bei erhöhter Temperatur arbeitet, sollte die Härte nicht nur bei Raumtemperatur betrachtet werden. Für sicherheitsrelevante Anwendungen zählt am Ende die Funktion im realen Einbauzustand.
Härte ist nicht gleich Dichtwirkung
Eine weichere Dichtung dichtet nicht automatisch besser. Sie lässt sich zwar leichter komprimieren, kann aber bei falschem Spaltmaß wandern, zu stark verformt werden oder schneller ermüden. Eine härtere Dichtung hält ihre Form besser, braucht aber mehr Anpresskraft.
Deshalb wird die Shore-Härte immer zusammen mit Querschnitt, Kompressionsweg und Einbauraum ausgelegt. Bei Schaumprodukten kommt zusätzlich die Dichte des Materials hinzu, die das Kompressionsverhalten stark beeinflusst.
Empfehlung für technische Anfragen
Wenn bereits ein Referenzteil existiert, ist ein Muster oft hilfreicher als eine unvollständige Härteangabe. Lindemann kann dann prüfen, ob Härte, Geometrie und Material zusammenpassen oder ob eine andere Kombination technisch stabiler wäre.
Härte, Material und Geometrie abstimmen
Für neue Profile, Schläuche oder Formteile kann Lindemann Silikon Härte, Farbe, Materialtyp und Fertigungsweg gemeinsam mit Ihnen eingrenzen.
Häufige Fragen
Ist 60 Shore A bei Silikon hart oder weich?
60 Shore A ist bei technischen Silikonelastomeren ein mittlerer, universeller Bereich. Er ist deutlich formstabiler als 30 Shore A, aber noch elastisch und gut verformbar.
Kann man Shore-Härte an einem fertigen Profil messen?
Ja, aber das Ergebnis kann durch Geometrie, Wandstärke und Kanten beeinflusst werden. Für vergleichbare Werte sind ebene Prüfflächen oder separate Prüfkörper besser.
Welche Shore-Härte eignet sich für Dichtungen?
Das hängt von Kompression, Spaltmaß, Medium und Temperatur ab. Häufig liegen technische Silikondichtungen im mittleren Shore-A-Bereich, bei weichen Dichtfunktionen auch darunter.
Häufig gestellte Fragen
Welche Shore-Härte hat Silikon?
Silikon kann je nach Compound sehr weich oder relativ fest eingestellt werden. Bei kompaktem Silikon wird meist Shore A verwendet, bei sehr weichem Silikonschaum auch Shore 00.
Was ist der Unterschied zwischen Shore A und Shore 00?
Shore A wird für kompakte Elastomere wie Silikonschläuche, Profile und Dichtungen genutzt. Shore 00 eignet sich für sehr weiche Materialien wie Schäume und Gele.
Warum ist Shore-Härte bei Silikonteilen wichtig?
Die Shore-Härte beeinflusst Dichtverhalten, Montagekraft, Knickstabilität, Rückstellverhalten und die Haptik eines Silikonbauteils.
Was heißt Shore?
Shore ist die gebräuchlichste Härteskala für Elastomere und weiche Kunststoffe, benannt nach Albert F. Shore, dem Entwickler des Durometers. Der Shore-Wert beschreibt den Widerstand des Materials gegen das Eindringen einer genormten Prüfspitze. Je nach Materialbereich gibt es mehrere Skalen, bei Silikon vor allem Shore A für kompakte Elastomere und Shore 00 für sehr weiche Qualitäten.
Was bedeutet 70 Shore A?
70 Shore A bezeichnet ein vergleichsweise festes Elastomer im oberen Bereich der Shore-A-Skala. Ein Silikonprofil mit 70 Shore A ist formstabil, lässt sich aber noch elastisch verformen. In der Montage braucht es mehr Kraft als ein weiches Profil, hält dafür bei vergleichbarer Geometrie seine Form unter Last besser.
Wie hoch ist der Härtegrad in Shore-Graden?
Jede Shore-Skala reicht von 0 bis 100, wobei 0 sehr weich und 100 sehr hart bedeutet. Die Werte sind nur innerhalb derselben Skala vergleichbar: derselbe Zahlenwert auf Shore A und auf Shore D beschreibt völlig unterschiedliche Härten. Deshalb gehört zu jeder Härteangabe die Skala, bei technischen Silikonen üblicherweise Shore A.
Was ist der Unterschied zwischen Shore D und Shore A?
Shore A und Shore D unterscheiden sich in Prüfspitze und Federkraft des Durometers. Shore A nutzt eine abgeflachte Kegelspitze mit geringerer Kraft und ist für Elastomere wie Silikon ausgelegt, Shore D einen spitzen Kegel mit höherer Federkraft für harte Kunststoffe. Die Werte lassen sich nicht direkt ineinander umrechnen, Vergleichstabellen liefern nur Näherungen.
Wie hart sind 80 oder 90 Shore?
80 und 90 Shore A liegen am oberen Ende der Shore-A-Skala und stehen für sehr feste Elastomere mit geringer Nachgiebigkeit. Bei Silikon sind solche Werte je nach Compound möglich, aber seltener als der mittlere Bereich. Sehr harte Materialien am Skalenende werden in der Praxis oft sinnvoller auf der Shore-D-Skala geprüft, weil Shore A dort nicht mehr gut differenziert.
Welche Beispiele gibt es für Shore-Härte?
Typische Beispiele bei Silikonprodukten: ein weicher Kantenschutz liegt eher im Bereich um 30 Shore A, technische Silikonschläuche und Dichtungen häufig im mittleren, universellen Bereich um 60 Shore A, und formstabile Führungs- oder Dichtprofile mit definierter Geometrie bei etwa 70 Shore A. Sehr weiche Silikonschäume und Gele werden dagegen auf der Shore-00-Skala eingeordnet.
Welche Shore-Härte hat Gummi?
Gummi deckt je nach Kautschuktyp und Mischung einen breiten Bereich der Shore-A-Skala ab, von weichen Moosgummi-Qualitäten bis zu harten technischen Artikeln. Dichtungswerkstoffe wie EPDM oder NBR liegen häufig im mittleren Shore-A-Bereich, ähnlich wie technische Silikondichtungen. Auch hier gehört die Skala zur Angabe, weil weiche Schaumqualitäten teils auf Shore 00 gemessen werden.







