Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet lebensmittelechtes Silikon?
Lebensmittelechtes Silikon ist für Anwendungen vorgesehen, bei denen Materialkontakt mit Lebensmitteln oder lebensmittelnahen Prozessen möglich ist. Relevante Anforderungen können BfR oder FDA sein.
Welche Produkte können aus lebensmittelechtem Silikon gefertigt werden?
Typische Produkte sind Silikonschläuche, Dichtungen, Profile, Formteile und kundenspezifische Bauteile für Lebensmittel- und Verpackungsprozesse.
Nach welchen Normen wird lebensmittelechtes Silikon geprüft?
Maßgeblich sind die BfR-Empfehlung XV für Silikonelastomere und die US-amerikanische FDA 21 CFR 177.2600. Die BfR-Empfehlung XV ist eine Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung, keine Rechtsvorschrift; sie definiert Anforderungen an Rezeptur und Migrationsverhalten. Welche Prüfung ein Compound tatsächlich erfüllt, weist der Hersteller über die Konformitätserklärung des jeweiligen Werkstoffs nach.
Worin unterscheiden sich platinvernetztes und peroxidvernetztes Silikon im Lebensmittelkontakt?
Platinvernetztes Silikon vulkanisiert additionsvernetzend und bildet dabei typischerweise weniger flüchtige Spaltprodukte als peroxidisch vernetztes Material. Für sensorisch anspruchsvolle Anwendungen, etwa Schläuche für Getränke oder Molkereiprodukte, wird deshalb häufig platinvernetztes Silikon eingesetzt. Peroxidvernetzte Compounds können die Anforderungen für den Lebensmittelkontakt ebenfalls erfüllen; entscheidend ist die Prüfung des konkreten Compounds.
Welchen Temperaturbereich deckt ein lebensmittelechter Silikonschlauch ab?
Je nach Compound liegt der Einsatzbereich typisch bei -60 °C bis 230 °C. Damit eignen sich lebensmittelechte Silikonschläuche für heiße Medien und Reinigungsprozesse mit Heißdampf ebenso wie für Tiefkühlanwendungen. Kurzzeitige Temperaturspitzen und Dauergebrauchstemperatur unterscheiden sich; für die Auslegung ist das Datenblatt des jeweiligen Compounds maßgeblich.
Kann lebensmittelechtes Silikon mit Dampf sterilisiert werden?
Ja, lebensmittelechtes Silikon lässt sich in der Regel mit Heißdampf sterilisieren und übersteht wiederholte CIP- und SIP-Zyklen, da der Werkstoff je nach Compound bis 230 °C temperaturbeständig ist. Reinigungsmedien wie Laugen und Säuren sollten in den vom Hersteller freigegebenen Konzentrationen eingesetzt werden, da aggressive Chemikalien die Oberfläche angreifen können.
Welche Toleranzen gelten für extrudierte Silikonschläuche und Silikonprofile?
Für extrudierte Silikonschläuche und Silikonprofile gelten die Toleranzklassen der ISO 3302-1. Die Norm definiert Maßtoleranzen für Elastomererzeugnisse in Abhängigkeit von Nennmaß und Toleranzklasse; welche Klasse vereinbart wird, hängt von Funktion und Fertigungsverfahren ab. Engere Toleranzen als die Standardklasse sind möglich, erhöhen aber den Prüfaufwand in der Fertigung.
Erfüllt lebensmittelechtes Silikon auch Anforderungen der Medizintechnik?
Nicht automatisch. Lebensmittelkonformität nach BfR-Empfehlung XV oder FDA 21 CFR 177.2600 ist von medizinischen Prüfungen zu unterscheiden. Für die Medizintechnik werden häufig Compounds mit Prüfung nach USP Class VI eingesetzt; das ist eine Prüfklassifizierung nach USP <88>, keine vollständige Biokompatibilitätsbewertung des Endprodukts. Die Eignung ist deshalb pro Anwendung anhand des Compound-Datenblatts zu bewerten.
Wie wird die Härte von lebensmittelechtem Silikon angegeben?
Die Härte wird in Shore A angegeben. Weichere Einstellungen erleichtern die Abdichtung bei geringer Pressung, härtere Compounds erhöhen die Formstabilität von Profilen und Formteilen. Welche Härte geeignet ist, hängt von Dichtgeometrie, Anpressdruck und Montagesituation ab; sie wird im Datenblatt des jeweiligen Compounds ausgewiesen.
Welche Nachweise sollte der Hersteller für lebensmittelechtes Silikon liefern?
Üblich sind eine Konformitätserklärung für den eingesetzten Compound sowie Prüfberichte zur BfR-Empfehlung XV oder zu FDA 21 CFR 177.2600. Die Erklärung sollte den konkreten Werkstoff, die geprüften Lebensmittelkategorien und die Prüfbedingungen benennen. Für die Rückverfolgbarkeit in der Produktion sind zusätzlich Chargenkennzeichnung und Materialzertifikate je Lieferung sinnvoll.
Lebensmittelechtes Silikon: BfR, FDA und technische Dichtungen
Lebensmittelechtes Silikon wird für Dichtungen, Schläuche, Profile und Formteile eingesetzt, wenn Materialkontakt mit Lebensmitteln oder lebensmittelnahen Prozessen möglich ist. Relevante Anforderungen können BfR-Empfehlung XV, FDA 21 CFR 177.2600 oder projektspezifische Konformitätserklärungen sein.
Für Silikonschläuche und Dichtungen sind Temperatur, Reinigungsprozess, Medium, Farbe und Rückverfolgbarkeit wichtig. Wenn eine Dichtung direkt mit Lebensmitteln in Berührung kommt, sollte die Materialfreigabe vor Serienstart erfolgen.
Auch hitzebeständige und lebensmittelechte Kombinationen sind je nach Compound möglich.






