Silikon wird großtechnisch über die Müller-Rochow-Synthese aus Silicium und Chlormethan hergestellt und je nach Molekülaufbau als Öl, Harz oder Elastomer eingesetzt.

Die Welt des Silikons: Eigenschaften, Anwendungen und Vorteile

Was ist Silikon?

Silikon ist eine Gruppe synthetischer Polymere, bei denen Siliciumatome über Sauerstoffatome zu Molekülketten oder netzartigen Strukturen verknüpft sind. Die Bezeichnung Silikon wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Frederick Stanley Kipping eingeführt und stellt eine Zwischenstellung zwischen anorganischen und organischen Verbindungen dar, was Silikon zu einem Hybridmaterial mit einzigartigen Eigenschaften macht.

Warum Silikon?

Die vielseitigen Eigenschaften von Silikon, wie seine hervorragende Temperaturbeständigkeit und chemische Inertheit, machen es ideal für extreme Bedingungen und empfindliche Anwendungen. Silikone sind physiologisch verträglich und werden daher häufig in der Medizin und Kosmetik eingesetzt, beispielsweise in Hautschutzsalben und plastischer Chirurgie.

Umfassende Anwendungen von Silikon

Silikon findet in einer Vielzahl von Branchen Anwendung, was seine Vielseitigkeit und Effektivität unterstreicht:

  • Medizin: Implantate, Herzschrittmacher, zahnmedizinische Abformungen.
  • Bauindustrie: Dichtstoffe, Brandabschottungen, Silikonelastomere.
  • Elektronik: Isolatoren und Schutzbeschichtungen.
  • Luft- und Raumfahrt: Verschiedene Anwendungen unter extremen Bedingungen.
  • Kunst und Prototyping: Formen und Prototypenherstellung.
  • Textilindustrie: Hydrophobierungsmittel für Textilien.
  • Chemieindustrie: Silikonöle als Schmiermittel.

Die Vorteile und Eigenschaften von Silikon

Silikon zeichnet sich durch eine Reihe von bemerkenswerten Eigenschaften aus, die es für vielfältige Anwendungen ideal machen:

  • Temperaturbeständigkeit: Beständig gegen extreme Hitze und Kälte.
  • Wärmestabilität: Beibehaltung der mechanischen und physikalischen Eigenschaften auch bei hohen Temperaturen.
  • Wärmeleitfähigkeit: Silikon hat eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit, daher wird es oft als Isolator verwendet.
  • Chemische Inertheit: Reagiert nicht mit den meisten Chemikalien.
  • Langlebigkeit: Widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und Ozon.
  • Umweltfreundlichkeit: Ungiftig, wiederverwendbar und leicht recycelbar.
  • Anpassungsfähigkeit: Verfügbar in verschiedenen Härtegraden, Farben und Formen.
  • Physiologische Verträglichkeit: Hypoallergen, ideal für den direkten Hautkontakt.
  • Geringe Toxizität: Sicher für den Einsatz in sensiblen Bereichen wie Lebensmittel- und Medizintechnik.


Zukunftstrends und Innovationen in der Silikontechnologie

Wir bei Lindemann Silikon sind stets am Puls der Zeit, wenn es um die neuesten Entwicklungen und Innovationen im Bereich der Silikontechnologie geht. Unser Engagement für Forschung und Entwicklung ermöglicht es uns, kontinuierlich verbesserte und maßgeschneiderte Silikonlösungen anzubieten, die den spezifischen Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden. Unsere Expertise und unser Innovationsgeist sorgen dafür, dass wir stets fortschrittliche Materialien und Produkte liefern können, die nicht nur die aktuellen Marktanforderungen erfüllen, sondern auch zukunftsorientierte Lösungen darstellen.

Eigenschaften Silikon Lindemann_Silikon

Eigenschaften von Silikon

Thermische Eigenschaften
Kälteflexibilität
Physiologische Eigenschaften
Witterungs- und Alterungsbeständigkeit
Brennverhalten
Elektrische Eigenschaften
Chemische Beständigkeiten
Mechanische Eigenschaften
Farben
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten durch High Performance Silicone
Unsere Kompetenzen
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Häufig gestellte Fragen

Was ist Silikon?

Silikon ist ein elastischer Werkstoff auf Basis von Siloxan-Polymeren. In technischen Anwendungen wird Silikon vor allem wegen Temperaturbeständigkeit, Alterungsbeständigkeit, Elastizität und guter Witterungsbeständigkeit eingesetzt.

Ist Silikon Kunststoff oder Gummi?

Silikon wird technisch meist als Silikonkautschuk eingeordnet. Es verhält sich elastisch wie Gummi, unterscheidet sich aber chemisch von klassischen organischen Kunststoffen und Elastomeren.

Welche Silikon-Eigenschaften sind für Schläuche und Dichtungen wichtig?

Wichtig sind Shore-Härte, Temperaturbereich, Medienbeständigkeit, Rückstellverhalten, UV- und Ozonbeständigkeit sowie passende Zulassungen für Lebensmittel, Medizin oder Industrie.

Wie lautet die chemische Formel von Silikon?

Die allgemeine Formel linearer Silikone (Diorganopolysiloxane) lautet [R2SiO]n, beim häufigsten Vertreter Polydimethylsiloxan (PDMS) entsprechend [(CH3)2SiO]n. Das Grundgerüst besteht aus alternierenden Silicium- und Sauerstoffatomen mit organischen Resten am Silicium. Für Silikonharze mit verzweigenden Einheiten vom Typ RSiO3/2 oder SiO4/2 gilt diese Kettenformel nicht.

Wie werden Silikone hergestellt?

Silikone werden großtechnisch über die Müller-Rochow-Synthese hergestellt: Silicium reagiert mit Chlormethan zu Methylchlorsilanen, die anschließend hydrolysiert und zu Polysiloxanen kondensiert werden. Je nach Kettenlänge und Vernetzungsgrad entstehen daraus Silikonöle, Silikonharze oder Silikonkautschuk. Für Schläuche, Profile und Dichtungen wird der Kautschuk mit Füllstoffen compoundiert und peroxidisch oder platinkatalysiert vulkanisiert.

Ist Silikon gesundheitlich bedenklich?

Entsprechend formulierte und geprüfte Silikon-Compounds gelten als gesundheitlich unbedenklich und werden in der Medizin- und Lebensmitteltechnik eingesetzt. Diese Bewertung gilt für das konkrete Compound und das fertige Produkt, nicht pauschal für jedes technische Silikonelastomer. Als Nachweis dienen unter anderem Prüfungen nach USP Class VI, einer Prüfklassifizierung nach USP <88>, die keine vollständige Biokompatibilitätsbewertung ersetzt.

Wie erkennt man lebensmittelechtes Silikon?

Lebensmittelechtes Silikon erkennt man an der Konformitätsdokumentation des Herstellers, nicht am Material selbst. Für den EU-Markt gilt die Verordnung (EG) 1935/2004; die BfR-Empfehlung XV ist eine freiwillige Empfehlung, FDA 21 CFR 177.2600 US-Recht für wiederholt verwendete Gummiartikel. Für Trinkwasserkontakt kann die UBA-Übergangsempfehlung für Silikone zur Beurteilung herangezogen werden; sie ist nicht rechtsverbindlich.

Sind Silikone biologisch abbaubar?

Silikonelastomere gelten nicht als biologisch abbaubar im Sinne einer Kompostierung. Für Polydimethylsiloxane (PDMS) sind jedoch Abbauwege beschrieben, etwa die Hydrolyse in Böden zu wasserlöslichen Silanolen, die weiter zu Kieselsäure, Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden können. Diese Befunde gelten für bestimmte PDMS-Abbauwege und Umgebungsbedingungen, nicht pauschal für alle Silikone.

Enthält Silikon Weichmacher?

Silikonelastomere benötigen typischerweise keine Phthalat-Weichmacher, da ihre Flexibilität aus der beweglichen Siloxan-Kette des Polymers stammt. Je nach Compound können jedoch Additive wie Silikonöle, Füllstoffe oder Farbpigmente enthalten sein. Für Anwendungen mit Lebensmittel- oder Hautkontakt sind daher Compounds mit entsprechender Konformitätserklärung des Herstellers zu wählen.

Wie werden Härte und Toleranzen von Silikonteilen angegeben?

Die Härte von Silikonelastomeren wird meist in Shore A angegeben; je nach Härte und Geometrie kommen auch die Skalen Shore AO, AM oder D zum Einsatz. Sie lässt sich über die Rezeptur des Compounds einstellen. Maßtoleranzen für geformte und extrudierte Teile aus festem Gummi, zu denen viele Silikonformteile und Silikonprofile zählen, sind in ISO 3302-1 in Toleranzklassen festgelegt. Welche Klasse erreichbar ist, hängt von Fertigungsverfahren, Geometrie und Abmessungen ab.

Was unterscheidet HTV, RTV und LSR Silikon?

HTV, RTV und LSR unterscheiden sich in Konsistenz und Vernetzung: HTV ist ein fester Silikonkautschuk, der bei hoher Temperatur vulkanisiert und für extrudierte Schläuche und Profile üblich ist. LSR ist ein flüssiger Zweikomponenten-Silikonkautschuk für den Spritzguss von Formteilen. RTV vernetzt bei Raumtemperatur und dient als Dichtstoff oder Vergussmasse; Sanitärsilikon aus der Kartusche ist ein RTV-1-System.

Silikon: Eigenschaften, Herstellung und technische Verwendung

Silikon ist ein elastischer Werkstoff auf Basis von Siloxan-Polymeren. Die Kombination aus Temperaturbeständigkeit, UV- und Ozonbeständigkeit, Elastizität und guter Alterungsbeständigkeit macht Silikon für Schläuche, Profile, Dichtungen und Formteile interessant.

Für technische Anwendungen zählt nicht nur die chemische Grundstruktur. Entscheidend sind auch Härte, Vernetzung, Füllstoffe, Farbe, Toleranzen und die spätere Verarbeitung als Silikonschlauch, Silikonprofil, Silikonformteil oder Silikon-Gewebeschlauch.

Wichtige Eigenschaften im Überblick

  • breiter Temperaturbereich, je nach Compound und Anwendung
  • hohe Witterungs-, UV- und Ozonbeständigkeit
  • gute elektrische Isolation für elektrotechnische Anwendungen
  • lebensmittel- und medizintechnische Compounds nach Spezifikation möglich
  • verarbeitbar durch Extrusion, Coextrusion, Pressformen und Spritzguss

Mehr zur Werkstoffauswahl steht in der Materialübersicht. Für medizintechnische Projekte ist die Seite Silikon in der Medizintechnik relevant.