Häufig gestellte Fragen
Was ist Silikon?
Silikon ist ein elastischer Werkstoff auf Basis von Siloxan-Polymeren. In technischen Anwendungen wird Silikon vor allem wegen Temperaturbeständigkeit, Alterungsbeständigkeit, Elastizität und guter Witterungsbeständigkeit eingesetzt.
Ist Silikon Kunststoff oder Gummi?
Silikon wird technisch meist als Silikonkautschuk eingeordnet. Es verhält sich elastisch wie Gummi, unterscheidet sich aber chemisch von klassischen organischen Kunststoffen und Elastomeren.
Welche Silikon-Eigenschaften sind für Schläuche und Dichtungen wichtig?
Wichtig sind Shore-Härte, Temperaturbereich, Medienbeständigkeit, Rückstellverhalten, UV- und Ozonbeständigkeit sowie passende Zulassungen für Lebensmittel, Medizin oder Industrie.
Wie lautet die chemische Formel von Silikon?
Die allgemeine Formel linearer Silikone (Diorganopolysiloxane) lautet [R2SiO]n, beim häufigsten Vertreter Polydimethylsiloxan (PDMS) entsprechend [(CH3)2SiO]n. Das Grundgerüst besteht aus alternierenden Silicium- und Sauerstoffatomen mit organischen Resten am Silicium. Für Silikonharze mit verzweigenden Einheiten vom Typ RSiO3/2 oder SiO4/2 gilt diese Kettenformel nicht.
Wie werden Silikone hergestellt?
Silikone werden großtechnisch über die Müller-Rochow-Synthese hergestellt: Silicium reagiert mit Chlormethan zu Methylchlorsilanen, die anschließend hydrolysiert und zu Polysiloxanen kondensiert werden. Je nach Kettenlänge und Vernetzungsgrad entstehen daraus Silikonöle, Silikonharze oder Silikonkautschuk. Für Schläuche, Profile und Dichtungen wird der Kautschuk mit Füllstoffen compoundiert und peroxidisch oder platinkatalysiert vulkanisiert.
Ist Silikon gesundheitlich bedenklich?
Entsprechend formulierte und geprüfte Silikon-Compounds gelten als gesundheitlich unbedenklich und werden in der Medizin- und Lebensmitteltechnik eingesetzt. Diese Bewertung gilt für das konkrete Compound und das fertige Produkt, nicht pauschal für jedes technische Silikonelastomer. Als Nachweis dienen unter anderem Prüfungen nach USP Class VI, einer Prüfklassifizierung nach USP <88>, die keine vollständige Biokompatibilitätsbewertung ersetzt.
Wie erkennt man lebensmittelechtes Silikon?
Lebensmittelechtes Silikon erkennt man an der Konformitätsdokumentation des Herstellers, nicht am Material selbst. Für den EU-Markt gilt die Verordnung (EG) 1935/2004; die BfR-Empfehlung XV ist eine freiwillige Empfehlung, FDA 21 CFR 177.2600 US-Recht für wiederholt verwendete Gummiartikel. Für Trinkwasserkontakt kann die UBA-Übergangsempfehlung für Silikone zur Beurteilung herangezogen werden; sie ist nicht rechtsverbindlich.
Sind Silikone biologisch abbaubar?
Silikonelastomere gelten nicht als biologisch abbaubar im Sinne einer Kompostierung. Für Polydimethylsiloxane (PDMS) sind jedoch Abbauwege beschrieben, etwa die Hydrolyse in Böden zu wasserlöslichen Silanolen, die weiter zu Kieselsäure, Kohlendioxid und Wasser abgebaut werden können. Diese Befunde gelten für bestimmte PDMS-Abbauwege und Umgebungsbedingungen, nicht pauschal für alle Silikone.
Enthält Silikon Weichmacher?
Silikonelastomere benötigen typischerweise keine Phthalat-Weichmacher, da ihre Flexibilität aus der beweglichen Siloxan-Kette des Polymers stammt. Je nach Compound können jedoch Additive wie Silikonöle, Füllstoffe oder Farbpigmente enthalten sein. Für Anwendungen mit Lebensmittel- oder Hautkontakt sind daher Compounds mit entsprechender Konformitätserklärung des Herstellers zu wählen.
Wie werden Härte und Toleranzen von Silikonteilen angegeben?
Die Härte von Silikonelastomeren wird meist in Shore A angegeben; je nach Härte und Geometrie kommen auch die Skalen Shore AO, AM oder D zum Einsatz. Sie lässt sich über die Rezeptur des Compounds einstellen. Maßtoleranzen für geformte und extrudierte Teile aus festem Gummi, zu denen viele Silikonformteile und Silikonprofile zählen, sind in ISO 3302-1 in Toleranzklassen festgelegt. Welche Klasse erreichbar ist, hängt von Fertigungsverfahren, Geometrie und Abmessungen ab.
Was unterscheidet HTV, RTV und LSR Silikon?
HTV, RTV und LSR unterscheiden sich in Konsistenz und Vernetzung: HTV ist ein fester Silikonkautschuk, der bei hoher Temperatur vulkanisiert und für extrudierte Schläuche und Profile üblich ist. LSR ist ein flüssiger Zweikomponenten-Silikonkautschuk für den Spritzguss von Formteilen. RTV vernetzt bei Raumtemperatur und dient als Dichtstoff oder Vergussmasse; Sanitärsilikon aus der Kartusche ist ein RTV-1-System.
Silikon: Eigenschaften, Herstellung und technische Verwendung
Silikon ist ein elastischer Werkstoff auf Basis von Siloxan-Polymeren. Die Kombination aus Temperaturbeständigkeit, UV- und Ozonbeständigkeit, Elastizität und guter Alterungsbeständigkeit macht Silikon für Schläuche, Profile, Dichtungen und Formteile interessant.
Für technische Anwendungen zählt nicht nur die chemische Grundstruktur. Entscheidend sind auch Härte, Vernetzung, Füllstoffe, Farbe, Toleranzen und die spätere Verarbeitung als Silikonschlauch, Silikonprofil, Silikonformteil oder Silikon-Gewebeschlauch.
Wichtige Eigenschaften im Überblick
- breiter Temperaturbereich, je nach Compound und Anwendung
- hohe Witterungs-, UV- und Ozonbeständigkeit
- gute elektrische Isolation für elektrotechnische Anwendungen
- lebensmittel- und medizintechnische Compounds nach Spezifikation möglich
- verarbeitbar durch Extrusion, Coextrusion, Pressformen und Spritzguss
Mehr zur Werkstoffauswahl steht in der Materialübersicht. Für medizintechnische Projekte ist die Seite Silikon in der Medizintechnik relevant.







