Bei Silikonschläuchen entscheidet nicht nur der Durchmesser. Für eine sichere Auslegung zählen Innendurchmesser, Außendurchmesser, Wandstärke, Toleranz, Temperatur, Medium und die Frage, ob der Schlauch frei verlegt, geklemmt, über einen Stutzen geschoben oder in einer Pumpe belastet wird.
Dieser Leitfaden hilft, die richtige Silikonschlauch-Größe einzugrenzen und ein Angebot sauber vorzubereiten. Für Serien, Sonderabmessungen und technische Anwendungen fertigt Lindemann Silikon Silikonschläuche nach Spezifikation.
Innendurchmesser und Außendurchmesser: der wichtigste Unterschied
Der Innendurchmesser bestimmt, welches Medium durch den Schlauch fließt und auf welchen Anschluss der Schlauch passt. Der Außendurchmesser ist wichtig für Schellen, Halterungen, Durchführungen und Bauraum. Die Wandstärke ergibt sich aus der Differenz zwischen Innen- und Außendurchmesser und beeinflusst Knickverhalten, Druckstabilität und Flexibilität.
Ein Schlauch mit 10 mm Innendurchmesser kann je nach Wandstärke sehr unterschiedlich wirken: dünnwandig und flexibel, dickwandig und formstabil oder als gewebeverstärkte Variante für höhere mechanische Belastung.
| Typische Angabe | Was sie bedeutet | Wofür sie wichtig ist |
|---|---|---|
| 6 x 10 mm | 6 mm Innendurchmesser, 10 mm Außendurchmesser | kleine Leitungen, Dosierung, Labor, Gerätebau |
| 8 x 12 mm | 8 mm innen, 12 mm außen | Lebensmitteltechnik, Maschinenbau, Flüssigkeiten |
| 10 x 14 mm | 10 mm innen, 14 mm außen | Allround-Größe für technische Leitungen |
| 16 x 22 mm | 16 mm innen, 22 mm außen | höherer Durchfluss, Kühlung, Anlagenbau |
| 25 x 33 mm | 25 mm innen, 33 mm außen | größere Medienleitungen und industrielle Anwendungen |
| 32 x 42 mm | 32 mm innen, 42 mm außen | große Durchflussmengen, Sonderanwendungen |
Welche Größe passt zu Anschluss, Medium und Temperatur?
Für eine dichte Verbindung muss der Innendurchmesser zum Anschluss passen. Wird der Schlauch über einen Stutzen gezogen, kann eine definierte elastische Vorspannung sinnvoll sein. Bei empfindlichen Medien, häufiger Demontage oder engen Toleranzen sollte die Größe nicht nur anhand eines Katalogmaßes gewählt werden, sondern anhand von Anschlussgeometrie, Härte und Montagebedingungen.
Bei Temperaturbelastung verändert sich das Verhalten des Materials. Silikon bleibt in einem breiten Temperaturbereich elastisch, trotzdem können Wandstärke, Härte und Gewebeverstärkung entscheidend sein. Für hohe Temperaturen lohnt ein Blick auf den Leitfaden zu hitzebeständigen Silikonschläuchen.
Dünnwandig, dickwandig oder gewebeverstärkt?
Dünnwandige Silikonschläuche sind leicht und sehr flexibel. Dickwandige Varianten sind stabiler, knicken weniger schnell und lassen sich besser klemmen. Wenn Druck, Unterdruck oder mechanische Belastung eine Rolle spielen, kommen Silikon-Gewebeschläuche ins Spiel.
Für gebogene Leitungen, enge Bauräume oder definierte Radien ist ein gerader Schlauch oft nicht ideal. Dann sind Silikon-Formschläuche mit reduzierten oder gebogenen Geometrien die bessere Lösung.
Checkliste für die Anfrage
- Innendurchmesser und Außendurchmesser oder Anschlussmaß
- Wandstärke, falls vorgegeben
- Medium: Luft, Wasser, Lebensmittel, pharmazeutisches Medium, Öl, Kühlflüssigkeit
- Temperaturbereich im Dauerbetrieb und kurzzeitig
- Druck, Unterdruck oder rein drucklose Anwendung
- Farbe, Transparenz, Härte und geforderte Normen wie BfR oder FDA
- Menge, Länge, Zuschnitt oder konfektionierte Ausführung
Praxisbeispiele für häufige Silikonschlauch-Größen
In der Lebensmitteltechnik werden häufig transparente oder milchig-transparente Silikonschläuche eingesetzt, damit der Medienfluss visuell kontrolliert werden kann. Hier sind kleinere und mittlere Innendurchmesser üblich, sofern Reinigbarkeit, Temperatur und Konformität passen.
Im Maschinenbau steht dagegen oft die robuste Führung der Leitung im Vordergrund. Wenn der Schlauch in einer Halterung liegt, an Metallkanten vorbeigeführt wird oder regelmäßig bewegt wird, sollte die Wandstärke nicht zu knapp gewählt werden. Eine größere Wandstärke verbessert die Formstabilität, kann aber den minimalen Biegeradius vergrößern.
Bei Pumpen, Dosieraufgaben und Peristaltikanwendungen muss zusätzlich geprüft werden, wie stark das Material zyklisch belastet wird. Hier sind Härte, Rückstellvermögen und Schlauchgeometrie entscheidend. Ein nominell passender Durchmesser allein reicht nicht aus.
Warum Toleranzen bei Silikonschläuchen wichtig sind
Silikon ist elastisch. Deshalb ist eine Schlauchabmessung immer mit Fertigungs- und Materialtoleranzen zu betrachten. Bei einer einfachen Medienleitung sind diese Toleranzen oft unkritisch. Bei Steckverbindungen, Klemmstellen, Pumpenrollen oder definierten Durchführungen können wenige Zehntelmillimeter dagegen entscheidend sein.
Für Serien sollte deshalb klar festgelegt werden, welche Maße funktionskritisch sind. So lassen sich unnötig enge Vorgaben vermeiden, ohne die Dichtheit oder Montage zu gefährden.
Sondergröße oder Serienbedarf?
Wenn Sie eine Silikonschlauch-Größe nicht sicher bestimmen können, reichen eine Skizze, ein Muster oder die Anschlussdaten oft aus. Lindemann Silikon prüft Abmessung, Material und Fertigungsweg.
Häufige Fragen
Welche Silikonschlauch-Größe wird zuerst angegeben?
In technischen Anfragen wird meist der Innendurchmesser zuerst genannt, danach der Außendurchmesser oder die Wandstärke. Wichtig ist, die Einheit und die Messstelle eindeutig anzugeben.
Kann Lindemann Silikon Sondergrößen fertigen?
Ja. Neben Standardabmessungen sind kundenspezifische Innendurchmesser, Wandstärken, Farben, Härten und Zuschnitte möglich, abhängig von Material, Werkzeug und Menge.
Wann braucht man einen Silikon-Gewebeschlauch?
Ein Gewebeschlauch ist sinnvoll, wenn Druck, Unterdruck, Abrieb oder mechanische Belastung höher sind als bei einer normalen drucklosen Leitung.
Häufige Fragen
Wie wählt man die richtige Silikonschlauch-Größe?
Die richtige Größe ergibt sich aus Innendurchmesser, Außendurchmesser, Wandstärke, Anschlussmaß, Medium, Temperatur und Druck- oder Unterdruckbelastung.
Was ist der Unterschied zwischen ID und AD?
ID bedeutet Innendurchmesser und beschreibt die lichte Weite des Schlauchs. AD bedeutet Außendurchmesser und ist wichtig für Klemmen, Durchführungen und Einbauraum.







