TLDR – wichtigste Informationen in Kürze

Klärschläuche aus Silikon sind ein zentraler Bestandteil moderner Kläranlagen und Schlammbehandlungsanlagen. Sie transportieren Faul- und Klärschlamm, dosieren Polyelektrolyte, Fällungs­mittel und Kalkmilch und laufen in peristaltischen Pumpen, Filterpressen und Dekanter-Zentrifugen. Silikon ist chemisch beständig gegen aggressive Medien, abriebfest, temperaturstabil von −60 °C bis +200 °C und frei von Weichmachern. Das macht es zum bevorzugten Werkstoff für Schlauchanwendungen in der kommunalen und industriellen Abwasserbehandlung.

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Kurze Antwort: Wofür werden Klärschläuche eingesetzt?
Für den sicheren Transport von Schlamm, Polyelektrolyten, Fällungsmitteln und Prozessmedien zwischen Pumpen, Becken, Filterpressen und Zentrifugen.

Schneller Fakt: Warum Silikon?
Weil es chemikalien­beständig, abriebfest, frei von Weichmachern und von −60 °C bis +200 °C temperatur­stabil ist.

Kurze Antwort: Eignen sich Silikonschläuche für peristaltische Pumpen in Kläranlagen?
Ja – Silikon ist eines der am häufigsten verwendeten Materialien in der Polyelektrolyt- und Fällungsmitteldosierung.

Schneller Fakt: Zertifizierungen?
FDA 21 CFR 177.2600, BfR XV und KTW-BWGL auf Anfrage.

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Was ist ein Klärschlauch und wie funktioniert er?

Ein Klärschlauch ist ein flexibler Schlauch, der in Kläranlagen für den Transport und die Dosierung fluider Medien eingesetzt wird. Dazu gehören Primär- und Überschussschlamm, Faulschlamm, Polyelektrolyte (Flockungsmittel), Fällungsmittel wie Eisen(III)-chlorid oder Polyaluminium­chlorid (PAC), Kalkmilch zur pH-Regulierung sowie Prozesswasser. Silikon hat sich in diesem Einsatzbereich als Werkstoff etabliert, weil es drei zentrale Anforderungen gleichzeitig erfüllt: chemische Beständigkeit gegenüber aggressiven Dosiermedien, mechanische Belastbarkeit in peristaltischen Pumpen und Temperaturstabilität über die gesamte Verweildauer im Prozess.

Wo werden Silikon-Klärschläuche eingesetzt?

Tabelle: Typische Einsatzpunkte von Klärschläuchen

Anwendung Funktion des Silikonschlauchs Warum Silikon?
Peristaltische Dosierpumpen Fördern von Polyelektrolyt, FeCl₃, PAC, Kalkmilch Flexibilität, Chemikalienbeständigkeit, hohe Standzeit im Pumpenkopf
Schlammförderung (Primär-, Überschuss-, Faulschlamm) Transport zwischen Absetzbecken, Eindicker und Faulturm Abriebfestigkeit, große Biegeradien möglich
Filterpressen & Dekanter-Zentrifugen Zulauf des zu entwässernden Schlamms Druckfestigkeit, saugfest bei Unterdruck (Gewebe-/Stahlspiralverstärkung)
Polyelektrolyt-Anmischstationen Dosierung konzentrierter Flockungsmittel­lösungen Keine Weichmachermigration, keine Beeinflussung der Flockung
pH- und Desinfektionsmittel­dosierung Zugabe von Natronlauge, Schwefelsäure, Natriumhypochlorit Chemische Stabilität über breites pH-Spektrum
Probenahme- und Messleitungen Online-Probenahme für P-, N- und Trübungs­messtechnik Transparent für Sichtkontrolle, geringe Adsorption

Warum Silikon statt EPDM oder NBR für Klärschläuche?

Vergleichstabelle: Silikon vs. EPDM vs. NBR

Eigenschaft Silikon EPDM NBR
Temperaturbereich −60 bis +200 °C −40 bis +130 °C −30 bis +100 °C
Beständigkeit ggü. Polyelektrolyten sehr gut gut eingeschränkt
Weichmacherfrei ja oft nein oft nein
Dauerbiegefestigkeit (Peristaltik) sehr gut gut mittel
FDA / BfR / KTW-fähig ja teilweise selten

Silikon ist in der Abwasserbehandlung der Werkstoff der Wahl, wenn chemische Vielfalt, thermische Beanspruchung und Dauerbiegebelastung gleichzeitig auftreten. Im Gegensatz zu EPDM oder NBR gibt Silikon keine Weichmacher ab und verändert die Flockungschemie nicht – ein entscheidender Vorteil in Polyelektrolyt-Anmischstationen und empfindlichen Prozessstufen.

Welche Ausführungen von Klärschläuchen gibt es?

Tabelle: Typen und Ausführungen

Ausführung Merkmal Typischer Einsatz
Unverstärkter Silikonschlauch glatt, hoch­flexibel drucklose Dosierung, Proben­nahme, Anmisch­stationen
Gewebeverstärkt Textil­einlage für Druckfestigkeit Dosier­leitungen mit Pumpen­druck, Schlamm­transport
Stahlspiralverstärkt vakuumstabil, knickfest Saug­leitung zu Filter­pressen und Dekantern
Peristaltik­schlauch optimierte Wandstärke und Härte Schlauchpumpen in Polyelektrolyt- und Fällungs­mitteldosierung
FDA-/KTW-zertifiziert platinvernetzt, analysen­rein Rückführung behandelten Wassers, hygienisch sensible Prozesse

Typische technische Parameter unserer Klärschläuche

Parameter Wert
Temperaturbereich −60 bis +200 °C (kurzzeitig +250 °C)
Innendurchmesser ca. 4 bis > 200 mm
Wandstärken 1 bis 10 mm
Shore-Härte 40 – 80 Shore A
Verstärkung Gewebe oder Stahlspirale optional
Farben transparent, weiß, schwarz oder kundenspezifisch
Zertifizierungen FDA 21 CFR 177.2600, BfR XV, KTW-BWGL (auf Anfrage)
Vernetzung peroxid- oder platinvernetzt
Lieferform Endlosware auf Rolle oder konfektioniert mit Armaturen

Key Facts – Daten für Kläranlagen-Projekte

  • Über die gesamte Anlage hinweg einsetzbar: Primärstufe, biologische Stufe, chemische Fällung, Schlamm­behandlung und Polyelektrolyt-Station.
  • Chemikalien­beständig gegen die gängigen Fällungs- und Flockungs­mittel: FeCl₃, PAC, Aluminium­sulfat, Polyelektrolyte, Kalkmilch.
  • Frei von Weichmachern, Phthalaten und Schwermetallen – keine Beeinflussung der Flockungschemie.
  • Zertifizierbare Fertigung in Deutschland mit voller Chargen­rückverfolgbarkeit.
  • Individuelle Extrusion in Kundengeometrie statt Standardkatalog.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange hält ein Silikonschlauch in einer Peristaltikpumpe?
Die Standzeit hängt von Drehzahl, gefördertem Medium, Pumpenhersteller und Wandstärke ab. Typische Werte liegen zwischen einigen hundert und mehreren tausend Betriebsstunden. Eine belastbare Aussage ist nur anwendungsspezifisch möglich – sprechen Sie uns bitte an.

Ist Silikon für alle Fällungs- und Flockungsmittel geeignet?
Silikon ist gegen die meisten wasserbasierten Polyelektrolyte, Eisensalze und Aluminium­salze beständig. Bei konzentrierten Säuren (z. B. Schwefelsäure 96 %) oder starken Oxidations­mitteln empfehlen wir eine individuelle Werkstoffprüfung.

Sind Ihre Klärschläuche als Saugleitung bei Filterpressen geeignet?
Ja – mit Gewebe­einlage oder Stahlspiral­verstärkung sind die Schläuche vakuumstabil und für den Unterdruck­betrieb freigegeben.

Können die Schläuche mit FDA/BfR/KTW-Zertifikat geliefert werden?
Ja, auf Anfrage fertigen wir mit zertifizierten platinvernetzten Silikon­mischungen gemäß FDA 21 CFR 177.2600, BfR XV und KTW-BWGL inklusive Konformitäts­erklärung.

Liefern Sie konfektioniert mit Anschluss­armaturen?
Ja – wir konfektionieren nach Zeichnung mit Schlauchschellen, Tri-Clamp-Verbindungen oder kundenspezifischen Armaturen.

Checkliste: Was sollte vor der Auswahl eines Klärschlauchs geprüft werden?

[ ] Temperaturbereich im Dauerbetrieb und bei Reinigung
[ ] Eingesetzte Chemikalien (Fällungsmittel, Polyelektrolyt-Konzentration, pH-Extremwerte)
[ ] Betriebsdruck / Unterdruck – ist eine Verstärkung erforderlich?
[ ] Pumpenhersteller und -modell (Peristaltik­pumpe: Wandstärke und Härte abstimmen)
[ ] Geforderte Zertifizierungen (FDA, BfR, KTW, EG 1935/2004)
[ ] Innendurchmesser und Wandstärke nach Volumenstrom
[ ] Anschluss­armaturen und Länge
[ ] Transparenz für Sichtkontrolle erforderlich?

Wie können Sie Silikon-Klärschläuche bei Lindemann anfragen?

Wir bieten:
– Individuelle Extrusion in Kundengeometrie
– Auswahl aus peroxid- und platinvernetzten Silikonmischungen
– Optionale Gewebe- oder Stahlspiralverstärkung für Druck- und Saugbetrieb
– Zertifizierung nach FDA, BfR und KTW auf Anfrage
– Technische Beratung durch unsere Anwendungstechniker
– Lieferung als Endlos­ware oder konfektioniert mit Armaturen

Schicken Sie uns Ihre Anforderungen (Medium, Temperatur, Druck, Pumpen­modell, Abmessungen) – wir melden uns mit einer konkreten Werkstoff- und Ausführungs­empfehlung.